Bird Box – Schließe deine Augen (2018)

Drama, Horror, Sci-Fi, Thriller | 124 min
Bewertung:
8/10
8

Filmkritik

Bird Box – Schließe deine Augen beginnt mysteriös: Eine Frau ist mit zwei Kindern in einem kleinen Boot auf einem Fluß. Aber alle haben ihre Augen verbunden. Seltsame Geräusche tanzen um sie herum. Immer wieder verpflichtet die Frau die Kinder, nicht ihre Augenbinden zu entfernen. Plötzlich springt der Film mehrere Jahre zurück und erklärt die Story, und auf diesen zwei Zeitebenen spielt sich der ganze Film ab. Eine Art unsichtbare Macht ist, wenn man den Nachrichten Glauben schenken darf, in Russland eingeschlagen und manipuliert Menschen durch den bloßen Anblick, sich selbst umzubringen. Noch lacht die Frau, deren Name Malorie ist, wie wir jetzt erfahren, auf dem Weg ins Krankenhaus. Sie ist schwanger und im letzten Trimester. Doch bereits nach ihrer Untersuchung hat die Macht auch ihre Stadt erreicht, und alle um sie herum fangen an, sich umzubringen. Nur mit Glück und Hilfe schafft sie es, sich vor diesem Etwas in ein Haus zu retten – doch dort droht bereits der nächste Konflikt, andere dorthin geflüchtete Menschen… Und dann ist sie wieder mit den Kindern auf dem Boot, und man versteht, dass die Augenbinde den Unterschied von Leben und Tod ausmacht.

Seit dem Dawn of the Dead Remake habe ich nicht mehr einen dermaßen starken und mitreißenden Anfang erleben dürfen. Glaubhaft und brutal beginnt der Film, besonders die ersten zwanzig Minuten, wie beschrieben, sind einfach ganz großes Mystery-Kino, wie in einem richtig guten Stephen King Buch. Danach schaltet der Film einen Gang zurück, logisch, wir müssen ja auch die Figuren kennenlernen und die Story muss aufgebaut werden. Durch das geschickte Springen zwischen den zwei Zeitlinien wird es jedoch auf keiner auch nur eine Minute langweilig. Großes Lob an den Schnitt, der hier ganz wunderbare Arbeit leistet. Zum Glück verzichtete die dänische Filmemacherin Susanne Bier (ich muss gestehen, ich habe keinen ihrerer anderen 15 Filme gesehen) auf Schockszenen a la Walking Dead oder Dawn of the Dead und erzählt ganz ruhig und konsequent ihre eigene Geschichte. Natürlich gibt es ein schockierende Momente und auch Bilder, aber es wird nicht verherrlicht, und dafür ist man sehr dankbar. Denn der Film ist so schon spannend genug!

Sandra Bullock überzeugt auf voller Linie, eine Figur zu spielen, die während der Apokalypse, während dem Ende der Menschheit Mutter wird, ist sicherlich nicht gerade einfach. Doch sie spielt es mit Bravour und es macht Spaß, ihrem Charakter bei diesem Wandel zuzusehen. Auch John Malkovich macht sein Ding hervorragend, und ich hatte überhaupt nicht mitbekommen, dass er überhaupt hier mitspielt, was für eine erfreuliche Überraschung. Alle Schauspieler sind sorgfältig ausgesucht und mit mehr Tiefe versehen, als man anfangs denken mag. Es ist wirklich erfreulich zu sehen, dass sich Netflix-Eigenproduktionen nach Desastern wie Brave endlich auch zu etwas Tollem entwickeln. Mit Serien hat Netflix schon oft überzeugen können, aber ihre Filme waren bisher meistens einfach nur Trash. Hoffentlich geht dieser Trend weiter.

Nur loben möchte ich den Film nun aber auch nicht, teils lehnt er sich in der Glaubwürdigkeit auch etwas arg aus dem Fenster. Zu sagen weswegen, würde schon zu viel verraten. Aber es wird jedem gleich klar sein. Und warum zum Teufel bastelt Malorie in fünf Jahren keinen Augenschutz für die Kinder, der sich nicht so einfach abnehmen lässt? Besser nicht zu viel darüber nachdenken.

Wem A Quiet Place gefallen hat, der wird auch an Bird Box – Schließe deine Augen viel Gefallen finden. Und Stephen King Fans sowieso.

Jakob Montrasio

Zusammenfassung der Rezension
Datum der Rezension
Name des Filmes
Bird Box – Schließe deine Augen
Gerundete Bewertung
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Bird Box – Schließe deine Augen

Trailer: Bird Box

Drama, Horror, Sci-Fi, Thriller

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