Die Todeskandidaten (The Condemned) (2007)

Action, Crime, Thriller | 113 min
Bewertung:
7/10
7

Filmkritik

Die Story von Die Todeskandidaten ist nicht wirklich kreativ, aber lässt geschickt Actionszene auf Actionszene folgen: Ein leicht besessener TV-Produzent “kauft” sich weltweit in Gefängnissen Sträflinge mit Todesurteil ein, um sie anschließend auf eine Insel in den Philippinen bringen zu lassen. Hier können die Todeskandidaten dann ihre Freiheit gewinnen, indem sie als einziger überleben. Dafür müssen sie sich gegenseitig umbringen, mit verschiedenen Waffen, die zu Anfang des “Spiels” verteilt werden. Das Spiel auf der Insel wird mit Hunderten Kameras gefilmt und non-stop ins Internet gestreamt, wo man sich für 50$ die Show live ansehen kann. Was für eine Geschäftsidee!

In etwa genau das gleiche gab es auch schon bei Battle Royale aus Japan, aber mit Schulkindern – in Amerika jedoch kann man ein solches Drehbuch als grösseren Film natürlich nur durchkriegen, wenn man es wenigstens ein kleines bisschen ziviler macht. Es funktioniert trotzdem ganz wunderbar als Anlass für atemberaubende, spannende Unterhaltung.

Von den 10 Todeskandidaten stechen natürlich besonders die beiden wichtigsten Rollen hervor: Steve Austinals Joe Conrad, der totale Schrank, mit Arm-Muskeln die so dick sind wie Beine von normalen Menschen und Vinnie Jones als McStarley, ein sadistischer, brutaler, geradezu irrer Ex-Soldat der vor keiner Boshaftigkeit zurückschreckt. Amüsieren tut man sich natürlich auch über die anderen Kandidaten, unter anderem einen deutschen Nazi-Rocker namens Helmut (!) der – zumindest in der englischen Originalfassung – nur mit den krassesten deutschen Schimpfwörtern die es gibt um sich herumwirft. Weiterhin gibt es einen japanischen Yakuza Kung-Fu Kämpfer namens Saiga, der zeitweise McStarleys Partner ist, ein mexikanisches Killer-Liebespärchen und natürlich Dominic aka “The Italian”, der als erstes ins Gras beißen muss. Doch Dank McStarleys Fallen sind bis zum Showdown auch nicht mehr viele der anderen Kandidaten übrig…

Witzig: Bad Boy Vinnie Jones sollte ursprünglich die Hauptrolle spielen, wurde jedoch durch die Beteiligung der “World Wrestling Entertainment” von Steve Austin ersetzt und bekam dafür die Rolle zum Bösewicht. Eine extrem weise Entscheidung, kann man sich Vinnie Jones doch als psychopathisch-gewalttätigen Massenmörder wesentlich besser vorstellen als den heldenhaften Sträfling mit gutem Gewissen. Jones kann vielleicht keine Komödien oder Romanzen drehen, aber als bekloppter Amokläufer ist er völlig in seinem Element und überzeugt von Anfang bis Ende. Steve Austins Schauspieltalent ist, wenn überhaupt, sehr gering, was im Grunde genommen nicht weiter wichtig ist, da er sich ohnehin fast ununterbrochen prügelt. Und als Wrestler weiß er natürlich, wie das geht!

Somit gibt es trotz einer Laufzeit von fast 2 Stunden keine einzige langweilige Minute auf der Insel, von der ersten Einstellung aus will der Film nur zwei Dinge: Gut unterhalten und es krachen lassen! Zwar gibt es eine romantische, leicht nervige Nebengeschichte, diese wurde jedoch merkbar minimiert, und ist immer wieder nützlich um das entstandene Adrenalin abzubauen. Gore gibt es auch immer wieder, viel Blut fließt natürlich bei diesem Spiel, und dank der natürlichen Umgebung der Insel gibt es auch einige originelle Gegenstände, die als Waffen genutzt werden.

Die coolen Kamerafahrten fassen die bombastischen Actionszenen gut ein, und der unglaublich coole Soundtrack tut den Rest. Spiderbait, Chymera, Cage9, sogar ein Song von Groove Armada hat es in den Film geschafft – die Songs des Score rocken hart und treiben den Film konstant voran.

Regisseur Scott Wiper ist zwar noch unbekannt, wird sich aber definitiv mit The Condemned – Die Todeskandidaten einen Namen unter Actionfans machen. Besonders unter jenen, die noch auf Actionstreifen im alten Stil stehen, mit viel Gewalt, wenig Story und keinen Computereffekten. Oder sagen wir mal so: Wäre dieser Film in den frühen 80ern entstanden, wäre wohl Arnold in der Hauptrolle gewesen!

Jakob Montrasio

Zusammenfassung der Rezension
Datum der Rezension
Name des Filmes
Die Todeskandidaten
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