Feed (2005)

Crime, Horror, Thriller | 101 min
Bewertung:
7.5/10
7.5

Filmkritik

Beim Fantasy Filmfest 2005 lief dieser Film, und genau da passt er rein. Feed ist durch und durch ein Festivalfilm. Einen Film wie Feed sieht man weder im Fernsehen, noch als normal gestarteten Kinofilm. Die Story dreht sich um einen Polizisten aus Australien, der Internet-Verbrechen (“Cybercrime”) und Perversitäten verfolgt. Am Anfang des Films ist er in Hamburg(!), und verhaftet, denn unsere deutsche Story ging ja auch durch die internationalen Medien, einen Herren, der des anderen Genital isst. Natürlich stürmt er genau im richtigen Moment ins Badezimmer, und man sieht, was wir uns bisher nur vorstellen konnten. Yummy!

Zurück in Australien sucht er sich sogleich eine neue Herausforderung im Internet, und stößt dabei auf eine Webseite, auf der man wetten kann. Aber nicht auf Pferderennen oder so etwas, sondern auf Frauen. Nicht irgendwelche Frauen, sondern Frauen, die nur im Bett liegen und gefüttert werden – bis sie so fett sind, dass sie sterben. Auf der Webseite, nette Idee, sieht man zudem live und online die Blut- und Zuckerwerte der Dame, außerdem den Herzschlagrhytmus und so etwas. Natürlich weiß die Dame nichts davon, sondern freut sich einfach nur, regelmäßig Essen ans Bett gebracht zu bekommen.

Wie dem auch sei, er sieht darin eine neue Herausforderung, stößt aber auf wenig Freude bei seinem Chef. Denn dies ist eindeutig in einer legalen Grauzone – hier wird niemand getötet, hier stirbt nur jemand an Fettleibigkeit. Da die Dame zudem nicht mit Gewalt festgehalten wird, ist das Ganze noch viel schwieriger als Verbrechen durchzukriegen. Doch nach einem Streit mit seiner Freundin hat unser Supercop endgültig die Nase voll, und begibt sich auf eigene Gefahr in die USA, um dem Grauen ein Ende zu bereiten.

“Ich musste mich dreimal fast übergeben” verriet mir ein Bekannter, der den Film in einer Vorführung vor mir sah. So schlimm kann es doch gar nicht sein, dachte ich mir – und wurde getäuscht. Gut, übergeben muss man sich nicht wirklich, aber bei einigen Szenen bekommt man ein wirklich verdammt unangenehmes Gefühl im Magen. Jesus, dieser Film geizt wirklich nicht mit Ekelszenen.

Eine der krassesten Sachen in diesem Film ist allerdings der eigentliche Bösewicht – denn als er den Cop trifft, und ihm erklärt, warum er die Frauen bis zum Tode füttert, sagt er eigentlich nur einen “richtigen” Satz nach dem anderen. Verbal wird hier die Model-Szene und der momentane Hype um gutes Aussehen auseinander genommen. So viel Wahrheit vermutet man nicht bei einem solchen Menschen, und damit der Zuschauer ihn auch nicht liebgewinnt – obwohl er anfangs noch geistig gestört wirkt – bekommt man auch sogleich eine Rückblende, in der er seine eigene Mutter töten musste, als kleiner Junge.

Und so hat man gleich wieder einen Grund, ihn zu hassen, und die Aktionen des Cops zu verstehen. Besonders brutal ist dann auch das Ende, wenn der Cop einfach den Spieß umdreht…

Feed ist ein krasser Film mit heftigen Messages. Der Böse ist nicht wirklich böse, und der Cop nicht immer wirklich gut. Sehr verwirrend. Aber spannend, und gut gemacht. Und glaubwürdig. Tolle, stylishe Aufnahmen und gute Darsteller sorgen außerdem für hohe Qualität. Nur die Szene in Hamburg sorgte für viel Gelächter: Seit wann gibt es dort Palmen und so viele amerikanischen SUVs vor den Häusern? Aber gut, so etwas kann man verzeihen. Darum geht es auch nicht wirklich, sondern darum, wie man mit solchen Perversionen umgeht, und was die Leute dazu bringt. Ein Must-See für Fans des besonderen Films!

Jakob Montrasio

Zusammenfassung der Rezension
Datum der Rezension
Name des Filmes
Feed
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