Jurassic World: Das gefallene Königreich (Originaltitel: Jurassic World: Fallen Kingdom) (2018)

Action, Adventure, Sci-Fi | 128 min
Bewertung:
4/10
4
Jurassic World: Das gefallene Königreich (Originaltitel: Jurassic World: Fallen Kingdom)

Infos zum Film

Filmkritik

Jurassic Park von Steven Spielberg hat die Latte so hoch gelegt, dass kein anderer Teil auch nur annähernd wieder dran kam. Es war ein Meilenstein, ein Meisterwerk, der nicht nur nie gesehene Computereffekte hatte, sondern der auch einfach ein verdammt guter Film war, mit spannender Story und genialen Figuren. Spielberg selbst verkackte dann bereits den zweiten Teil so dermaßen, dass man sich fragte, ob er überhaupt am Set anwesend war. Und Teil 3? Alan! Alan! Bitte nicht über Teil 3 reden. Der ist auf dem Level von Indy 4. Jurassic World war dann ein Reboot, der kein Reboot war, dafür aber hauptsächlich ein Remake des ersten Teiles. Nur ohne coole Figuren. Gähn. Und Jurassic World: Das gefallene Königreich? Zwar völlig anders, aber total unpassend.

Warnung: Wie man an der Wertung unschwer erkennen kann, hat mir der Film überhaupt nicht gefallen. Ich werde hart mit ihm ins Gericht gehen und genüsslich zerfetzen. Wer also nicht gespoilert werden will, sollte nicht weiterlesen.

Im Grunde wird der gesamte Film schon im Trailer verraten, leider ist da nicht noch ein geiler dritter Akt, der als Überraschung total fett gewesen wäre: Die Insel mit den Dinos aus Jurassic World steht direkt vor einem Vulkanausbruch. Da die Tiere ja mindestens 4 Millionen Dollar pro Geschöpf wert sind, werden sie von einem ganz gemeinem Händler gerettet und anschließend an einen Höchstbietenden versteigert. Warum jemand dann deutlich mehr Geld für eine Kreatur bezahlt, so viel mehr, dass er mit dem Geld die ganze Rettung hätte finanzieren können, kann man wohl kaum erklären. Bei der Auktion geht dann halt was schief und der schlimmste aller Dinos bricht aus, der künstlich hergestellt Indoraptor. Den haben sie über ein DNA Cocktail aus T-Rex, Velociraptor und was weiß ich zusammengemischt. Das Vieh ist nicht nur groß und tödlich, angeblich lässt es sich auch wie eine Waffe von Menschen kontrollieren. Aber davon war dann wenig zu sehen.

Es spielen etwa 2/3 vom Film in dem britischen Anwesen. Dort entpuppt sich der Showdown als echter Horrorfilm, der Indoraptor jagt das Helden-Trio durch das ganze, große Haus. Durch diesen unspektakulären, sehr begrenzten Raum verliert der Film extrem an Wert, die ganze Zeit wünscht man sich einfach mehr, etwas größeres. Und die letzten Szenen deuten ja auch an, dass der dritte Teil so richtig groß werden könnte. Die beiden Helden in Jurassic World: Das gefallene Königreich sind die gleichen wie im Vorgänger, Chris Pratt und Ron Howards Tochter. Sie wollen nicht, dass mit den Dinos Geld gemacht wird und in einer der wenigen guten Szenen macht sich der Bösewicht darüber lustig, haben die beiden doch auf der Insel im Grunde nichts anderes gemacht, als der Freizeitpark Eintritt verlangte. Recht hat er. Doch der Film hat eine Armada an Fragen, die ich gerne beantwortet hätte:

  • Über Jahre hinweg werden die Dinos auf der Insel einfach… ignoriert?
  • Der Charakter von Ron Howards Tochter macht eine 180° Wandelung durch, einfach so?
  • Ohne einen Hauch von Zweifel fliegen alle blind mit einem Irren Jäger auf die Insel?
  • Warum ist das englische Anwesen von Benjamin Lockwood in Amerika?
  • Wie kann das Anwesen über drei Stockwerke Gen-Labor verfügen und dementsprechend viele Wissenschaftler haben, und trotzdem wie ein normales britisches Anwesen aussehen?
  • Wie kann von Benjamin Lockwood unbemerkt der Indoraptor in seinem Keller entwickelt werden?
  • Wieso taucht das Dienstmädchen nach so viel Screentime plötzlich nicht mehr auf?
  • Warum kommen etwa 50 Waffenhändler zur Versteigerung, ohne dass die Regierung etwas davon merkt? Da müssten doch beim FBI oder so alle Warnblinker angehen.
  • Wie sind die Personen angereist?
  • Warum steigt der Jäger zu dem krassesten Dinosaurier ever einfach so in den Käfig? Nur wegen dem Zahn?
  • Warum fragt der Jäger immer wieder nach seinem Gehalt?
  • Warum ist der Bösewicht erst total lieb zum Klonkind, dann total aggro?
  • Wieso sehen die drei den Indoraptor nicht, als sie in die Halle kommen?
  • Warum bleibt der Indoraptor überhaupt in der Halle, wenn die ganz Zeit die Türe nach draußen offen ist?
  • Wie kann der Indoraptor ein Klonkind über mehrere Stockwerke hinweg bei einem Regensturm riechen?
  • Wie kann der Indoraptor wissen, dass das Klonkind sich unter der Bettdecke im Bett versteckt? Geile Szene, aber mach 0,0% Sinn.
  • Wieso lassen die drei am Ende die Dinos frei? Es wird hunderte, wenn nicht tausende Tote geben, falls die Dinos nicht gleich die Menschheit ausrotten.

Anhand der Fragen sieht man, wie schwer es ist, auch nur eine Filmminute ernst zu nehmen. Und das ist das größte Problem. Spielbergs Jurassic Park war ein Märchen, klar, aber ein mehr oder weniger glaubwürdiges Märchen. Hat man die Idee geschluckt, dass eben jemand Dinos geklont hat, war der Film ab dem Punkt voll nachvollziehbar und realistisch. Aber bei Jurassic World: Das gefallene Königreich? Da passiert zu viel zufällig. Bevor also das geklonte Kind, welches erschaffen wurde, um die verstorbene Tochter von Benjamin Lockwood zu ersetzen, der der unbekannte Finanz-Geschäftspartner von John Hammond war, der John Hammond, der den ersten Jurassic Park eröffnet hatte, bevor also dieses geklonte Kind einen großen Knopf drückt und damit die Dinosaurier in die echte Welt entlässt, die dann losziehen und tausende Menschen töten werden, wie der Abspann verrät, aber somit den Weg für “Jurassic World 3: Jetzt macht auch der Titel endlich Sinn” frei macht, passiert so viel Müll, passieren so viele Zufälle, dass man sich als Zuschauer nicht nur verarscht, sondern mit Dinoscheiße übergossen fühlt.

Letzendlich fühlt sich Jurassic World: Das gefallene Königreich von der Geschichte her an wie eine Folge aus einer billigen Soap Opera, kein Witz. Dieses Small-Scale Spektakel passt absolut gar nicht in die Dimensionen der Vorgänger. Wenn es sich hier um einen Autarken Film gehandelt hätte, in dem es um ein Monster geht, hätte der Film locker 6 oder 7 Punkte bekommen. Aber gerade weil er in die JP-Welt reingequetscht wird, ist er umso schlechter. Die Magie kommt einfach gar nicht mehr auf, da war sogar Jurassic World noch besser. Schade!

Jakob Montrasio

Zusammenfassung der Rezension
Datum der Rezension
Name des Filmes
Jurassic World: Das gefallene Königreich
Gerundete Bewertung
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Jurassic World: Das gefallene Königreich (Originaltitel: Jurassic World: Fallen Kingdom)

Jurassic World: Das gefallene Königreich - Trailer deutsch/german HD

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