Krieg der Welten (OT: War of the Worlds) (2005)

Adventure, Sci-Fi, Thriller | 116 min
Bewertung:
6.5/10
6.5

Filmkritik

Mit KRIEG DER WELTEN verlässt Steven Spielberg endlich die kindische Ausserirdischen Schiene. Hier gibt es keine süßen Aliens, die nach Hause telefonieren wollen, hier gibt es Aliens, die die Menschheit ausrotten wollen und den Planeten für sich beanspruchen. Und dementsprechend hart ist auch der Film.

KRIEG DER WELTEN ist ein Mix aus SIGNS und INDEPENDENCE DAY, wobei Spielberg die Spannung von SIGNS und die Katastrophenszenen aus ID4 übernommen hat. Außerdem versucht Spielberg, an vielen Stellen, für einen Science Fiction Film Neue Standards zu setzten.

Die Hauptrolle spielt Tom Cruise, er spielt Ray Ferrier, geschiedenen Vater und Dockarbeiter, der über das Wochenende seine Kinder bei sich aufnehmen muss. Muss, da er – so wirkt es zumindest – keine große Lust darauf zu haben scheint. Die für ein Kind wirklich brillante Dakota Fanning spielt seine Tochter Rachel, seinen Sohn Robbie spielt Justin Chatwin. Doch kurz nach Ankunft der Kinder fangen seltsame Blitzeinschläge an, und kurz darauf geht er los, der Krieg der Welten. Ray schnappt sich den einzig fahrbaren Wagen in der Umgebung, packt seine Kinder rein und fährt los Richtung Boston, um seine Ex-Frau zu finden. Doch auf dem Weg dorthin lernt er, dass nicht nur die Aliens gefährlich sind…

Spielberg packt, wie gesagt, eine Menge neuer Ansätze für einen Science Fiction Film rein: Da wäre als allererstes Tom Cruise beziehungsweise seine Figur Ray, die endlich einmal nicht immer eine Antwort auf alles hat, die nicht weiß, wie die Hauptstadt von Australien heißt und die dementsprechend verwirrt ist, als die Aliens angreifen. Im ersten Moment ist man wirklich überrascht von der Einfachheit der Figur, bis man plötzlich kapiert, dass man sich selber nicht wirklich anders verhalten würde! Neben angenehm realistischen Figuren gibt es auch Dialoge, die nicht so völlig deplatziert wirken – zum Beispiel die 10 Minuten lange Autofahrt, ohne einen Schnitt, nach der ersten Katastrophe, dem ersten Angriff. Hier versucht Ray seine Kinder zu beruhigen und gleichzeitig wieder seinen Verstand in den Griff zu bekommen. Wirklich gut, und zudem glaubhaft. Und verdammt intensiv.

Das ganze Kino hat gelacht, als sein Sohn schließlich völlig verwirrt fragt: Sind das Terroristen? Aber im Grunde ist die Aussage die einzige, die irgendwie Sinn macht, wenn man nur die Zerstörungen, aber nicht die Raumschiffe gesehen hat – in Spielbergs neuer Welt sind die World Trade Center eingestürzt, 911 hat statt gefunden – und so reagieren auch die Figuren. Realistisch, wie gesagt.

Ein paar Mankos hat der Film natürlich auch, und ein besonders Großes ist leider das Ende. Hier wirkt es plötzlich so, als ob man innerhalb von fünf Minuten den Film beenden wollte und schnell noch eine Erklärung gedreht hätte. 72 Drehtage hatte KRIEG DER WELTEN nur, und das macht sich hier wirklich bemerkbar. Hätte Spielberg nicht in einem Anfall von Wahnsinn erst sieben Monat vor dem Starttermin angefangen zu drehen, hätten wir sicherlich ein längeres, aufschlussreicheres oder komplett anderes Ende zu sehen bekommen.

Aber bis zum enttäuschenden Ende gibt es Spannung, Action und Drama ohne Ende. In meinen Augen ist KRIEG DER WELTEN der erste Blockbuster dieses Jahr, der wirklich hält, was er verspricht. Nach dem BATMAN BEGINS Desaster tut es richtig gut, sich zwei Stunden in seinen Kinosessel zu krallen und Spielbergs Alien Invasion über sich ergehen zu lassen.

Zusammenfassung der Rezension
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Krieg der Welten
Gerundete Bewertung
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