May: Die Schneiderin des Todes (Originaltitel: May) (2002)

Drama, Horror | 93 min
Bewertung:
7/10
7

Filmkritik

May: Die Schneiderin des Todes ist ein Horrorfilm der etwas anderen Art. Eigentlich würde ich May gar nicht Horrorfilm nennen. Ich verbinde das Wort Horrorfilm mit Zombies und Monstern, aber May könnte bei der heutigen Menge von Sickos (fast) wahr sein.

Erzählt wird die Geschichte von May Canady, die als Kind auf einem Auge erblindete und wegen Ihrem Piratenartigen-Augenschutz nie Freunde machte konnte. Andere Kinder in ihrem Alter wollten nichts mit Ihr zu tun haben, und so bekam May als Ersatz eine Puppe von Ihrer Mutter geschenkt – doch es war keine normale Puppe, nein, es war die erste Puppe, die die Mutter von May gemacht hat – und so durfte May sie nicht anfassen, sondern sie in der Glasbox lassen, in der sie war. Die Puppe war perfekt, und unantastbar.

Jahre später. May ist Mitte zwanzig, und arbeitet in einer kleinen Arztpraxis. “Ich habe einen Jungen gesehen” erzählt sie eines abends ihrer Puppe. Sie hat sich verliebt, wegen seinen schönen Händen. May mag Körperteile, die perfekt sind. Deshalb lässt sich sich auch von ihrer lesbischen Arbeitskollegin verführen, die einen “perfekten” Nacken hat. “Ich bin seltsam” sagt sie bei ihrem ersten Date gleich Adam, der Junge, in den sie sich verliebt hat. “ich mag seltsam” antwortet er, und so beginnt eine kurze, heiße, gewalttätige Beziehung. Als er allerdings merkt, wie anhänglich May ist, verlässt er sie. Aus Frust und um sich abzulenken meldet sich May bei einem Kindergarten für Blinde, da sie in den Kindern sich selbst sieht, als freiwillige Unterstützung an. Eines Tages nimmt sie dann ihre Puppe mit dorthin – ein grausamer Fehler, für den einige bezahlen werden…

Toller Anfang, tolle Mitte, blödes Ende. So ist May: Die Schneiderin des Todes leider… Am Ende wird es etwas niveaulos, zumindest im Vergleich mit dem Anfang. Der Film beginnt mit einer intensiven Charakterdarstellung Mays, die man besser nicht hätte machen können. Danach beginnt die… na ja… irgendwie witzige Story. Die Dialoge sind einfach komisch, lauter Wortwitze. Und die Leute, die sich in Mays Umgebung befinden sind eigentlich noch viel sicker als sie selbst. Also richtig Horror ist das nicht… eher Thriller. Und gegen Ende wird es auch ziemlich durchsichtig.

Extrem gut ist die Hauptdarstellerin Angela Bettis, ich hoffe, man wird sie in noch mehr Rollen ala May sehen. Sie kann das verdammt gut, dieses zarte Ding sein, das dann total Amok läuft. Extrem gute Wahl, eine der besten Charakterdarstellungen, die ich dieses Jahr(hundert, hehe) bisher gesehen habe… Regie führt Lucky McKee, und er tut das verdammt gut. Der Film hat einen coolen Style, richtig Psycho. Normalerweiser mag ich so Horror – Psycho Filme gar nicht, aber wenn sie dermaßen gut inszeniert sind wie in diesem Fall… Dann sei er willkommen!

Noch erwähnen sollte man Anna Faris, der Name sagt einem vielleicht nix, aber fast jeder kennt sie – es ist die Hauptdarstellerin aus den Scary Movie Filmen. Sie gibt die lesbische Kollegin von May sehr gut und beweist, dass sie richtig schauspielern kann. Weiter so! Von ihr würde ich auch gerne mehr sehen, ist sie doch nicht so ein Standard-Hollywood Bunny.

Letztendlich wird der May: Die Schneiderin des Todes Leuten gefallen, die auf tiefgründige Storys, abgefahrene Charaktere und leichte Splatterszenen stehen. Nun ist das nicht ganz mein Ding, aber die Inszenierung und die Story waren so gut, dass es mir trotzdem Spaß gemacht hat. Intelligenter, witziger Horrorthriller – empfehlenswert!

Jakob Montrasio

Zusammenfassung der Rezension
Datum der Rezension
Name des Filmes
May: Die Schneiderin des Todes
Gerundete Bewertung
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