Mission: Impossible – Fallout (2018)

Action, Adventure, Thriller | 147 min
Bewertung:
8.5/10
8.5

Filmkritik

Das kann doch gar nicht sein! Der erste Mission: Impossible erschien 1996, vor einer gefühlten halben Ewigkeit, als die Welt noch in Ordnung war. Und jetzt kommt mit Mission: Impossible – Fallout der sechste Teil der Filmreihe ins Kino, nach 22 Jahren! Und von der Energie von einst ist noch immer mehr als genug da. Kein anderes Franchise konnte konstant die Spannung so hoch halten und mit jedem Teil einen echten Knaller abliefern. Abgesehen von der ersten, wirklich zähen Stunde von John Woo’s Mission: Impossible 2 – die er in der zweiten Hälfte mit den geilsten Actionszenen überhaupt wieder wett machte – gab es keinen Moment, der schlecht in Erinnerung geblieben ist. Nur an Gutes kann mich erinnern: Die fette TGV Szene im ersten Teil, der bombastische, 45 Minuten lange Showdown bei Woo, Philip Seymour Hoffman als bester Bösewicht (ever?) in Teil 3, die Schwindelgefühle bei dem Hochhaus-Stunt in Brad Bird’s Ghost Protocol – und natürlich der einfach exzellente Rogue Nation, der gefühlt die Serie in ein ernsthafteres Thriller-Metier rebootete.

Wie auch in Rogue Nation führt Christopher McQuarrie Regie bei Mission: Impossible – Fallout, und er macht sichtbar einen noch viel besseren Job als bei seiner ersten Mission. Offensichtlich hat er dazugelernt und weiß seinen irre tollen Cast noch besser zu nutzen. Und er braucht eine Menge Figuren, denn die Story hat es mit Twists und Wendungen nur so in sich. Nachdem Ethan Hunt (Tom Cruise, der einfach nicht altern will) direkt in der ersten Actionszene seine Menschlichkeit beweist – was sich als krasser Fehler beweist, da so drei theoretische Atombomben in die Hände von abtrünnigen Agenten fallen, wird ihm zur Strafe Agent August Walker (Henry Cavill mit fantastischem Schnurrbart) vom CIA zur Seite gestellt. Natürlich sind beide Agenten nicht sehr happy über diese erzwungene Partnerschaft, und natürlich geht wie immer alles schief, was schiefgehen kann. Wie CIA Chefin Erica Sloan (Angela Bassett, von der man mehr sehen möchte) so schön sagt: Ethan Hunt ist ein Skalpell, August Walker aber ein Hammer. Diese komplette Gegensätzlichkeit führt zu ein paar wirklich tollen Momenten in besten Buddy-Movie Stil. Es darf ja auch mal wieder gelacht werden. Immer wieder muss Ethan Hunt sich mit seinem Team, bestehend aus Benji Dunn (immer wieder toll: Simon Pegg), Luther Stickell (cool und wortkarg wie immer: Ving Rhames) und irgendwie auch Ilsa Faust (mehr als nur schön: Rebecca Ferguson) vor seinem Chef Alan Hunley (Alec Baldwin) beweisen. Und wer denkt, dass er weiß, was hier los ist, liegt falsch, denn hier folgen wirklich Twist auf Twist und Wendung auf Wendung. Je weniger über die Story gesagt wird, desto mehr wird man sich an ihr erfreuen. Gesagt sei nur: der Bösewicht Solomon Lane (fantastisch: Sean Harris) sorgt für weit mehr Überraschungen, als man erwartet. Und in Vergessenheit geratene Dinge poppen plötzlich wieder auf.

Die Schauspieler machen allesamt einen tollen Eindruck, sie wirken eingespielt und authentisch. Die Newcomer passen super ins Boot und geben dem Film teils einen sehr frischen Wind in die Segel. Das muss man loben, die Mission: Impossible Filme bleiben nicht stehen und entwickeln sich mit jedem Eintrag weiter, werden durch neue Schauspieler und Regisseure immer wieder neu gekleidet und wehren sich somit gegen die Erblassung. Wie in allen anderen Teilen muss man die Locations auch loben, denn mit London und Paris sind zwei Städte vertreten, die man schon tausendmal in anderen Filmen gesehen hat – aber nicht wie hier. Eine Verfolgungsjagd in Paris ist intensiver als so manche Verfolgungsjagd aus Ronin, und eine andere Jagd in London, oder besser: über London, zeigt auch einen völlig neuen Teil der Stadt. In keinem Setting kommt Langeweile auf. Am Ende geht es nach Kaschmir, der absolute Höhepunkt, sowohl visuell als auch von der Action her. Was für eine Irre Location.

Und die Stunts! Selbst mit gebrochene Bein rennt Tom Cruise noch weiter (Tue Story) und geht ans Limit. Sei es ein echter Fallschirmsprung oder das fliegen eines Helikopters, das Adrenalin rauscht einem bei Mission: Impossible – Fallout immer wieder durch den Körper, die furiosen Szene sind mit einer Brillanz inszeniert, die man aktuell in Actionfilmen total vermisst. Wo andere Actionfilme auf hektischen Schnitt setzen oder CG auf CG folgen lassen, geht Mission: Impossible – Fallout alte Wege und gibt dem Zuschauer das Gefühl, die Action verfolgen und verstehen zu können. Eine Rarität heutzutage, aber auch so ein Merkmal zeichnet einen guten Film zusätzlich aus, vor allem wenn er es so krachen lässt.

Immer wieder dachte und denke ich, der neue Mission: Impossible kann doch unmöglich den letzten toppen, und immer wieder irre ich mich. Ich will mehr. Mehr!

Jakob Montrasio

Zusammenfassung der Rezension
Datum der Rezension
Name des Filmes
Mission: Impossible - Fallout
Gerundete Bewertung
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Action, Adventure, Thriller

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