Ping Pong (jap. ピンポン, Pin Pon) (2002)

Comedy, Drama, Sport | 114 min
Bewertung:
6.5/10
6.5

Filmkritik

“Wenn du Shaolin Soccer mochtest, wirst du Ping Pong lieben!” – so wurde der Film von einem befreundeten Japaner angeteasert, als er mir die DVD in die Hand drückte, da lag es doch Nahe, dass ich mir das gute Ding mal ansehen würde. Shaolin Soccer war der unglaublich verrückte Versuch gelungen, den Animestil in einen Spielfilm zu übertragen, und ich hoffte, mit Ping Pong noch einmal soviel Spaß zu haben. Vor ein paar Tagen hatte ich so ein witziges japanisches Video gesehen, in dem zwei Komiker den Matrix-Hype auf extrem amüsante und originelle Art und Weise mit einem Slow-Motion Ping Pong Spiel auf die Schippe nahmen… Doch plötzlich dachte ich “Hey, vielleicht machen die sich ja über diesen Film hier lustig”, und war ganz gespannt…

Der Film begann direkt mit einer abgefahrenen 3D-Stillstand Szene – das war dann aber auch die längste und einzige im Film. Ja, es gab noch drei oder vier Slow-Motion Szenen, aber diesen Film mit Shaolin Soccer zu vergleichen ist eigentlich nicht ganz richtig. Was Shaolin Soccer und Ping Pong gleich haben sind einen beschissenen Soundtrack und extrem coole Charakterzeichnungen – das war es dann aber auch schon.

Ping Pong ist zwar eine Animeverfilmung, aber geht visuell einen ganz anderen Stil. Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass es auf einem Anime basiert, bis ich es auf IMDb gelesen habe. In Ping Pong geht es um zwei Freunde, für den einen ist Ping Pong eine Lebenseinstellungen, für den anderen nur Zeitvertrieb. Sie kennen sich seit sie kleine Kinder sind, und sind zusammen aufgewachsen. Beides sind relativ zerstörte Charaktere, der eine ist dumm wie Brot, kann aber unheimlich gut Ping Pong spielen, der andere ist intelligent, aber hat keine Ziele und keinen Spaß am Leben.

Doch Ihrer Umwelt ist das glücklicherweise nicht völlig egal – da ein großes Turnier bald starten wird, schnappen sich die beiden besten Trainer der Stadt jeweils einen und fangen an, sie auf das Turnier vorzubereiten. Doch bevor die beiden endlich herausfinden können, wer der bessere ist, müssen sie noch an einem Haufen Gegner vorbei, die alle nicht ohne sind…

Ping Pong ist ein toller Film über eine starke Freundschaft von zwei Freunden, die sich gegenseitig fertig machen, um Ihre Ziele zu erreichen. Die Charaktere sind, wie gesagt, extrem gut gezeichnet, sogar besser und tiefer als in Shaolin Soccer, und es sind auch wesentlich mehr. Wie bei vielen Animes hat man sie am Ende des Filmes richtig ins Herz geschlossen, und will nicht, dass es schon vorbei ist. Zum Glück ist der Film mit einer Laufzeit von 114 Minuten auch nicht zu kurz, und lässt die Story langsam anfangen und abfließen… Ganz geschmeidig. 
Wer also die Story und die abgefahrenen Charaktere aus Shaolin Soccer mochte, wird Ping Pong vielleicht tatsächlich lieben. Wer aber, so wie ich, mehr auf visuelle Orgasmen steht als auf tiefgründige Anime Storys, wird mit Ping Pong nicht unbedingt glücklich werden… Also haben die am Anfang genannten Komödianten mit ihrem Ping Pong Sketch wohl doch nur Matrix verarschen wollen, aber dieser Film gab ihnen sicherlich die Inspiration dazu. Den eine gute Story hat der Film wirklich.

Lohnt sich letztendlich Ping Pong? Ja, die Story und die Leute machen die fehlenden F/X wieder wett. Aber was heißt überhaupt die Fehlenden? Wenn man den Film nicht von Anfang an gleich mental auf Shaolin Soccer Niveau und Art gehoben hätte, wäre er sicher genießbarer gewesen…

Jakob Montrasio

Zusammenfassung der Rezension
Datum der Rezension
Name des Filmes
Ping Pong
Gerundete Bewertung
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