Predator – Upgrade (Originaltitel: The Predator) (2018)

Action, Adventure, Horror, Sci-Fi, Thriller | 101 min
Bewertung:
6/10
6

Filmkritik

Der Absturz des Predator Weltraumschiffs am Anfang des Films könnte symbolisch für die ganze Reihe dieser Figur stehen. Während der erste Teil ein Meilenstein war und das meiste aus Schwarzenegger und dem Predator herauskitzeln konnte, ging der zweite Teil in die segnende Hitze von Los Angeles, und auch hier konnte man es noch genießen, wie sich Polizist und Predator wie Katz und Maus jagten. Ab dann ging es abwärts, der erste Alien versus Predator war noch einigermaßen ansehnlich, wenn auch eher enttäuschend. AvP Requiem wirkte dann wie übler Alptraum, bis heute ist es mir ein Rätsel, wie so ein Schwachsinn je in Produktion gehen konnte. Und mit Predators konnte Nimrod Antal unter der Kontrolle von Robert Rodriguez nicht mehr als ein lahmes Remake des ersten Teils schaffen. Und jetzt versucht sich Shane Black, Drehbuchautor des ersten Teils, selber als Regisseur am geliebten Außerirdischen.  Viel kaputt machen konnte er mit Predator – Upgrade ohnehin nicht, aber wirklich auferstehen lässt er das Universum damit ebenso wenig.

Zwar bringt Black eine Menge Witz rein, und referenziert die anderen Filme durch knackige Kommentare alle paar Minuten. Aber der Film ist teils sehr langsam, teils brutal hektisch, und 80% spielen bei Nacht. Ganze 2, vielleicht sogar 3 mal nur sieht man die beliebte Predator-Vision durch den Helm durch. Es wird in Predator – Upgrade 0 Spannung aufgebaut, die Action rast viel zu flott durch, nie fühlt man sich, als ob wirklich irgendeine der Hauptfiguren in Gefahr wäre. Schade.

Die Story ist relativ simpel: Auf einer Mission in Mexiko wird der Sniper Quinn McKenna von einem abstürzenden Predator Schiff überrascht, kann sich jedoch retten und sogar mit Equipment vom Predator aus dem Staub machen. Bevor er festgenommen wird, schickt er es per UPS zu sich nach Hause. Dort nimmt sein autistischer Sohn Rory das Predator-Gear in Empfang, lernt kurz die Sprache der Predatoren und schickt ihnen ein Signal von der Erde aus, so dass ein Über-Predator hinterher geschickt wird. Im Original heißt Predator – Upgrade übersetzt einfach nur „DER PREDATOR“, weist also wie mit einem Augenzwinkern darauf hin, dass jetzt erst der richtige Predator auftaucht. Na ja.

Wenn der dann endlich mal ankommt, geht es richtig ab, denn während der „normale“ Predator den Sohn von Quinn McKenna jagt, sucht der Über-Predator nach diesem, gleichzeitig sucht Quinn McKenna auch sein Kind und ein Bösewicht der Regierung, Traeger, sucht nach McKenna und nach Doktor Casey Bracket, eine Biologin, die zuviel gesehen hat, sich aber McKenna anschließt, da sie weiß, dass die Regierung sie jagt. Und unterstützt werden die beiden Hauptdarsteller noch von einem Haufen Soldaten, die unter posttraumatischen Belastungsstörungen leiden: Baxley, Coyle, Nebraska Williams, Lynch und Nettles. Oh, und McKennas Frau Emily ist ab der Hälfte des Films auch noch mit dabei.

Klingt nach zu viel Personen? Ist es auch. Der Film ist völlig überladen! Keine einzige Figur bekommt genug Zeit, um für das Publikum wirklich sympathisch zu werden. Die einzige Person, mit der man sich annähernd identifizieren kann, ist Doktor Casey Bracket, da diese genauso hilflos verloren wirkt wie man selbst als Zuschauer, wirklich toll gespielt von Olivia Munn. Alle anderen bleiben auch immer einfach zu cool, als dass es noch glaubwürdig wäre. Über jede Figur wurden sich viele Gedanken gemacht, das merkt man, sie sind völlig unterschiedlich und es macht Spaß, ihnen bei der Schlacht zuzusehen. Aber wenn man einfach nur halb so viele Charaktere gehabt hätte, wäre der Film dadurch viel besser geworden.

So bleibt vor allem die tolle Musik in Erinnerung, weil sie komplett auf dem Schema des Originals aus den 80ern aufbaut. Aber der Film selbst ist total überhastet, und sowohl die Jagd-im-Wald Szenen als auch die in der kleinen amerikanischen Innenstadt hat man schon zu genüge in den anderen Teilen gesehen. Es würde mich wundern, wenn der Cliffhanger am Ende eine Fortsetzung bekäme…

Jakob Montrasio


Predator – Upgrade Bildergalerie

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Zusammenfassung der Rezension
Datum der Rezension
Name des Filmes
Predator – Upgrade
Gerundete Bewertung
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Trailer & Videos

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Predator – Upgrade Poster

Finaler Predator – Upgrade Trailer (Englisch)

Action, Adventure, Horror, Sci-Fi, Thriller

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