Rob-B-Hood (chinesisch 寶貝計劃 / 宝贝计划, Int. Robin-B-Hood) (2006)

Action, Comedy, Drama | 136 min
Bewertung:
6/10
6

Filmkritik

Armer Jackie Chan. Erst wurde sein letzter Film, The Myth, sehr gespalten aufgenommen, dann leistete er sich – völlig betrunken – ein kleines Desaster während eines Konzertes in Hong Kong, welches sein Image in Asien schädigte. Mit Rob-B-Hood, einer sehr familienfreundlichen Komödie, lacht er sich nun jedoch wieder in die Herzen der Zuschauer.

Chan spielt Thong, zusammen mit seinen Freunden Octopus (Louis Koo, „Election“) und Landlord (Michael Hui) bildet er ein Kleinkriminellen-Trio, welches sich mit simplen und ungefährlichen Einbrüchen reich klaut. Doch mit dem sparen des geklauten Geldes klappt es nicht so ganz, und so stehen alle Drei schon nach sehr kurzer Zeit wieder völlig blank, sogar verschuldet wieder da. Ein großer Job muss ran – eine Entführung. Was die drei jedoch nicht wissen: Es handelt sich um ein Baby…

Wie der Titel es schon vermuten lässt, handelt es sich bei Rob-B-Hood um eine Moderne Robin Hood Story, ausgestattet mit Handy und Gesichtsmaske statt Pfeil und Bogen. Der Film beginnt sehr stark, mit diversen witzigen Einbruchsszenen, um dann in kurzer Zeit zu erzählen, wie man all das „verdiente“ Geld schnell wieder los wird und sich gleichzeitig noch total verschuldet. Die eigentliche Story, die Entführung des Babys, beginnt erst zur Mitte des Filmes.

Doch die Story ist nicht das einzige leicht Unausgewogene an diesem Film, auch die Stunts wirken teilweise einfach nur als Zeitstreckung. Dass Jackie Chan alt wird, sieht man deutlich an seinem Körper und Gesicht, aber bei diesem Film zum ersten Mal auch an den Stunts, die relativ harmlos, simpel, manchmal geradezu unspektakulär wirken. Zwar gibt es einige witzige Stunts mit dem Baby, doch dass viel mit dem Computer gearbeitet wurde, ist leider sehr leicht zu sehen.

Diese kleinen Ungereimtheiten machen vor allem die derben Witze wieder wett, spätestens wenn Jackie Chan eine offene, volle Windel an den Kopf geworfen bekommt, und dann mit braunem Gesicht dasteht, lacht man. Regisseur Benny Chan setzt die absurden Situationen, in die seine Figuren geraten, sehr geschickt in Szene; was sich Drehbuchautoren Jackie Chan und Kam-Lun Yuen ausgedacht haben ist teilweise sehr originell, teilweise aber auch bei Komödien wie „Drei Männer und ein Baby“ kopiert.

Mit einer Laufzeit von 134 Minuten ist Rob-B-Hood ein wenig zu lange, die extrem kitschigen letzten zehn Minuten hätte man auch etwas realistischer gestalten können, aber alles in allem ist Rob-B-Hood eine lustige, harmlose und nicht besonders brutale Komödie, die man sich mit seinen Kindern ansehen kann. Ein Stuntspektakel, wie man es von Jackie Chans früheren Werken gewohnt ist, bekommt man hier nicht, dramatische Elemente kommen hier ebenso zum Einsatz wie moralische Botschaften.

Jakob Montrasio

Zusammenfassung der Rezension
Datum der Rezension
Name des Filmes
Rob-B-Hood
Gerundete Bewertung
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