Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger (Attack of the Clones) (2002)

Action, Adventure, Fantasy, Sci-Fi | 142 min
Bewertung:
8.5/10
8.5

Filmkritik

Um meine Kritik an Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger zu verstehen, muss ich euch erst einmal das Entstehen des Star Wars Kults “in meinem Kopf” erzählen.

Wie jedes Jahr bin ich mit meinem Vater zu dessen Mutter an den Comer See gefahren. Eigentlich immer so 2 Wochen in den Sommerferien, meine Oma wohnt und lebt dort. Ausseer das ich dort mit den Hunden gespielt habe, jeden Tag mit meinem Opa die Zeitung holen gegangen bin und die sonstige Zeit mit spielen und fernsehen verbracht habe war dort nichts aufregendes. Doch dann kam dieses eine Jahr…
Dieses eine Jahr, in dem mein Onkel, der auch dort wohnte, sich die Star Wars Collection auf Video gekauft hatte.
Als dann an einem Nachmittag mein Vater nicht da war und meine Großeltern ihr rituelles Mittagsschläfchen hielten entdeckte ich die Videos im Regal. Ich wusste nicht was das war, das Cover sah zumindest cool aus. Auf der Rückseite stand “Film per tutti” (Film für alle, in Italien sind die nicht ganz so krass mit der FSK), und so dachte ich mir okay, den darf ich wohl sehen und schob die erste Kassette ein. Sofort war ich wie verzaubert… Diese Musik, bombastisch, gepaart mit der unendlichen Weite im All. Dann das fliehende Flugzeug der Prinzessin Leia, die Stormtrooper, Darth Vader… Ich war total benommen und abgetaucht in die Welt (ich war da 10 Jahre oder sowas). Bis zum Abendessen hatte ich alle 3 Teile geguckt und war völlig in Lucas Welt. In den Ferien habe ich dann die gesamte Reihe bestimmt 4 oder 5 Mal geguckt, noch nie hatte mich ein Film zuvor so eingenommen.
In diesen Ferien wurde ich totaler Star Wars Fan – und Filmfan überhaupt. Ich glaube, hätte ich Star Wars nicht gesehen, hätte meine Leidenschaft für Filme erst viel später eingesetzt. Star Wars zeigte mir, wie man den Zuschauer total einfangen kann. Worauf ich hinaus will: Die Gefühle, die ich beim ersten Mal schauen hatte, wiederholten sich immer wieder, bei jedem Mal Star Wars gucken. Es ist einfach magisch. Nennen wir das mal die “Star Wars Magie”.

So, nun springen wir mal 10 Jahre nach vorne. Episode 1. Wie begeistert ich war, als ich zum ersten Mal in der Zeitschrift “cinema” las das Lucas die Prequels in Angriff genommen hat. Dann der Trailer. Wow. Ich war hin und weg.
Dann war der Tag gekommen, es gab Dienstag eine Premiere in Heidelberg. Mit was für einem begeisterten Gesicht ich da rein bin!
Und mit was für einem enttäuschten Gesicht ich raus kam. Zuviel neue Charaktere, die Story total wirr, viel zu Kinderlieb das ganze… Es war ein Desaster. Die Star Wars Magie setzte nicht ein einziges mal ein, alleine das Podracer Rennen begeisterte mich, dennoch hat es eigentlich gar nichts mit der Geschichte zu tun.
Jarjar Binks? Ich hasse ihn. Was sollte der? Anstatt sich auf die Charaktere zu konzentrieren, die in Episode 4 bis 6 wichtig sind, warf Lucas lauter neue rein (die dann gar nicht später vorkommen). Wenn er sie nur rein geworfen hätte, aber ihnen gleich so große Rollen zu geben! Oh Mann. Das war wirklich enttäuschend…

Jetzt: Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger? Kam mir etwas komisch vor. Viel zu Zeit bezogen. Dann lese ich das der Teil “sehr romantisch” werden soll. Uhoh, versucht da jemand Titanic ins Star Wars Universum einzubauen?
Nein, er versucht das nicht. Denn George Lucas ist nicht blöd, er hat sich die Kritik von Episode 1 zu Herzen genommen.
Durch den dritten Trailer der released wurde hatte ich wieder etwas Hoffnung gewonnen, die ersten beiden waren zwar stylish aber dennoch denen von Episode 1 ähnlich. Niemals die Hoffnung aufgeben!
Und es hat geklappt! Nach dem “Standard” Anfang (Score, Text, Weltraumkamerafahrt) und den ersten paar Szenen kam dann schon die erste richtig fette Szene (die ist zwar so halb aus “The Fifth Element” übernommen, aber besser gut geklaut als irgend ein andere Scheiß), eine 10 Minütige Verfolgungssequenz durch Coruscant, diese industrielle, gigantische, belebte Stadt. Da war schon was von der guten alten Star Wars Magie zu spüren.

Ewan McGregor spielt Obi Wan so locker wie er dann auch in Episode 4 ist, echt gut der Mann. Und Hayden Christensen ist als Anakin auch gut und glaubwürdig. Was soll dieses “der kann nicht schauspielern” Gequatsche? Sein Charakter ist in einer schwierigen Zeit, er will sich durchsetzten und Verantwortung übertragen bekommen, und das spielt Hayden sehr gut.

Später im Film wird Anakin dann zu Amidalas persönlichem Bodyguard, und die Liebe zwischen den beiden nimmt ihren Lauf…
Amidala, gespielt nach wie vor von Natalie Portman, sieht erstens verdammt gut aus im Film, und zweitens lässt später dann, Leia mäßig, die Gegner Frauenpower spüren…
Während Anakin also mit Amidala auf einen anderen Planeten flieht, um sie vor weiteren Anschlägen zu schützen, versucht Obi Wan herauszufinden wer sie tot sehen möchte, und kommt einer gigantischen Verrat auf die Spur…
Während Obi Wan immer mehr Schreckliches entdeckt erfährt Anakin dass sein Mutter von diesen Sand Tusken entführt wurde. Alleine begibt er sich auf die Suche, findet sie, aber sie ist zu schwach und stirbt in seinen Armen… In totaler Wut tötet Anakin das gesamte Camp der Tusken. Diese Szene war einfach genial! Es ist der Anfang vom Ende, hier verfällt Anakin seinen Gefühlen und ist vorerst nur kurz auf der dunklen Seite der Macht…

Auf sonem Sith Planeten treffen dann auf jeden Fall Anakin zusammen mit Amidala auf den gefangenen Obi Wan, allerdings selber als Gefangene. Das ist dann der Moment im Film wo die Magie einsetzte und bis zum starten der Credits nicht mehr aufhörte.
Die Schlacht die auf jenem Planeten entfacht ist das beste Ende aller Star Wars Teile, wenn nicht die beste Schlacht aller Filme überhaupt. Eine einzige, 20 Minuten lange Gänsehaut. Wahnsinn.
Mit Kamerafahrten die perfekt die Dimensionen der Schlacht zeigen und die Animationen, uaaaaah!!! Irre.

Und dann, der Endkampf, Yoda gegen den Bösen Count Dooku, ist so Hammer… Aber es ist genau so, wie es sein muss! Ich weiß ja nicht, was die Leute, die schlechte Kritiken geschrieben haben, erwartet haben, ich wusste selber nicht genau was da jetzt eigentlich kommen kann, aber es ist genial und macht Sinn! Und darum geht es Lucas ja letztendlich.
Die ganzen kleinen Geschichten, die die Entstehung der Charaktere erzählen, wie Boba Fett oder die des Imperators, heben die 3 Original Teile auf ein neues Level! Plötzlich sieht man die Charaktere anders, Boba Fetts Hass in Episode 6 ist dadurch wesentlich besser zu verstehen, die ganzen Stormtroopers sind plötzlich ganz anders, und das meine ich positiv! Und glücklicherweise hat Lucas auch nicht die Love Story zu dick aufgetragen, er zeigt, was nötig ist, und nicht mehr.

Okay, wenn ich mal eine Sache kritisieren darf: Die Dialoge. Oh Mann, George, schreib die Geschichte, du hast Phantasie und machst das echt gut, aber überlasse das Dialoge schreiben Leuten die über das Niveau einer Soap Opera kommen! Denn ansonsten ist, für mich und meine Star Wars Welt, alles perfekt.

Auch wenn ich mit meiner Kritik anderen widerspreche, ich scheiße drauf, ich liebe Star Wars und Lucas hat mich mit Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger wieder verzaubert. Mach Episode 3 genau so gut und ich verzeihe dir Episode 1!

Jakob Montrasio

Zusammenfassung der Rezension
Datum der Rezension
Name des Filmes
Star Wars Episode II – Angriff der Klonkrieger
Gerundete Bewertung
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Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger (Attack of the Clones)

Trailer: Star Wars: Episode II - Attack of the Clones

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