The Host (kor. 괴물, Gwoemul) (2006)

Action, Drama, Horror, Sci-Fi | 120 min
Bewertung:
9/10
9

Filmkritik

„Ihre Geburt war ein Unfall, ebenso ihr Tod“ sagt Opa Park in The Host über seine Enkelin bei der sehr sporadischen Beerdigung gegenüber seiner Tochter und seinen zwei Söhnen gelassen und ruhig. Wenige Stunden zuvor war ein riesiges Fischmonster aus dem Han Fluss aufgetaucht und hatte über zwanzig Menschen gefressen und getötet. Wie der alte Mann in einer solch absurden Situation noch solche Worte finden kann ist ein Rätsel, zeigt aber seinen starken Charakter.

Auf die Figuren der Familie Park, die sich Regisseur Joon Ho Bong zusammen mit Chul Hyun Baek ausgedacht hat, wird ohnehin viel wert gelegt: Der eine Bruder ist leicht zurückgeblieben, der andere konnte das College besuchen, ist clever, und die Schwester ist eine exzellente Sportlerin. Doch all diese verschiedenen Eigenschaften werden später während The Host bei dem Kampf gegen das überdimensionale Monster noch zu ihrem Einsatz kommen.

Die erste Szene in dem koreanischen Horrorfilm mit dem Originaltitel Gwoemul basiert auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahre 2000: Ein amerikanischer General verordnete, alte Chemikalien von Formaldehyd aus einer US-Basis in die Kanalisation zu schütten, obwohl er genau wusste, dass diese dann im Han Fluss landen. „Der Han Fluss ist sehr breit, also denkt bitte auch sehr breit!“ rechtfertigt er sich gegenüber seinen koreanischen Bediensteten.

Doch Regisseur Bong belässt es nicht an einer Kritik an dem amerikanischen General, auch die koreanische Regierung wird im Film als hilflos, unmenschlich und schlicht und einfach dumm dargestellt. Die mächtigen Leute bauen großen Mist, und die armen, kleinen Leute müssen in genau diesem Dreck baden. Wie schon John Carpenter oder George Romeo schafft es Bong, diese Kritik jedoch nicht zu viel Einfluss haben zu lassen und konzentriert sich mehr auf seine Monsterstory.

Mit der ersten unheimlichen Szene bricht er dann auch erst einmal das Klischee, dass Monster in Horrorfilmen fast immer im dunkeln auftauchen müssen. Mitten am helllichten Tag stürmt das Monster das Ufer und läuft Amok – so etwas hat man selbst auf Zelluloid noch nicht gesehen. Auch der schwarze Humor kommt nicht zu kurz, und so hat man immer wieder Gelegenheit, die Angst im Nacken weg zulachen.

Bong hat mit The Host einen durchaus interessanten, unkonventionellen und spannenden Film kreiert, absolut sehenswert, keine Frage, seltsamerweise schafft er es jedoch nicht, sein eigenes volle-10-Punkte-Meisterwerk von 2003 zu übertreffen. Trotz der grandiosen Darsteller, dem feinen Soundtrack und den exzellenten Bildern brennt sich dieser Film nicht so stark wie sein Film namens Memories of Murder ins Gedächtnis. Dennoch: Mach’s gut, und danke für den Fisch.

Jakob Montrasio

Zusammenfassung der Rezension
Datum der Rezension
Name des Filmes
The Host
Gerundete Bewertung
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The Host (kor. 괴물, Gwoemul)

Trailer: The Host

Action, Drama, Horror, Sci-Fi

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