Windtalkers (2002)

Action, Drama, War | 134 min
Bewertung:
8/10
8

Filmkritik

Überrascht war ich, sehr überrascht. Positiv überrascht.
Mit Windtalkers beweist nun auch John Woo, das er mehr kann, als stilisierte Actionfilme mit Helden, die keine Kugel trifft.
Was ich erwartet hatte? Einen Non-stop Slowmotion Actionfilm in dem Nicolas Cage dauernd coole Sprüche werfend tausende Feinde umbringt. Letzteres tut er zwar, aber weder stilisiert, noch coole Sprüche werfend, und viel Slomo gibt es auch nicht. Überhaupt, John Woo hat den Krieg verstanden. Der Krieg ist Chaos, in dem es keine Helden gibt. Und das zeigt er im Film. Keine heroischen Helden wie in diesem grausam schlechten “Pearl Harbor”, keine Ehefrau, die Stolz auf ihren Mann ist, das er in den Krieg ist. Unerwartet realistisch ist Woos Darstellung des Krieges.

In Windtalkers geht es um Nicolas Cage, er spielt Seargent Joe Enders, und gleich am Anfang sieht man, wie seine Truppe in einem Sumpfgebiet von den Japaner vernichtend geschlagen wird. Nur er überlebt, stark verletzt. 15 Männer, und Freunde, starben unter seinem Kommando. Im Hospital dann kommt er nicht über dieses Grauen hinweg, er will zurück in den Krieg, um sich zu rächen und abzulenken. Doch später wird er dann merken, das man Grauen nicht mit Grauen bekämpfen kann…
Zurück auf dem Schlachtfeld dann muss er Ben Yahzee, einen Navajo Coder, in seine Obhut nehmen.
Mehr möchte ich nicht von der Story verraten.

Die Darsteller sind grandios, Cage spielt den innerlich zerstörten Seargent, der auf dem Schlachtfeld seinen Frieden finden möchte, so irre gut, ich würde seine Darstellung in diesem Film mit der aus “Leaving Las Vegas” vergleichen.
Christian Slater spielt den wesentlich freundlicheren Seargent Anderson, der immer bemüht ist, die Laune der anderen gut zu halten. Auch er überzeugt schauspielerisch auf ganzer Linie. Ebenso wie die beiden Navajo Indianer. Ein magischer Moment, wie man ihn nur selten sieht, ist, als Anders zusammen mit dem Navajo ein Lied spielt. Wahnsinn. Die Ruhe vor dem Sturm.

Die Action ist natürlich da, es wird viel geballert, aber bei einem Kriegsfilm erwartet man ja nun auch nicht wirklich etwas anderes. Und übertrieben ist sie auch nicht. Und realistisch ist sie. Woo, gut gemacht. Hat sich gut zusammengerissen.

Um es mal anders auszudrücken: Woo nimmt sich das Grauen des Krieges aus “Saving Private Ryan”, wirft aber den beschissenen Heroismus raus, und nimmt sich den persönlichen Problemen der Soldaten an, so wie in “Der schmale Grat”, nur ohne dieses unendliche Philosophische. Ein frischer, ehrlicher Mix, wie man es nicht erwartet hatte. Windtalkers ist meiner Meinung nach der beste und realistischste Kriegsfilm der genannten drei.

Aber nun muss ich auch noch etwas kritisieren: Liebes Filmstudio, einen derart intensiven und rauen Film preist man nicht mit Taglines wie “Vom Regisseur von MIB:2” an. Man bekommt überhaupt nicht das serviert, was der Trailer zeigt: Geballere nonstop. Man bekommt das Gefühl der Soldaten übertragen, die Sinnlosigkeit von Befehlen, die Kaltblütigkeit, die man haben muss, um zu überleben.

Windtalkers ist kein Popcorn Kino, es ist ein verdammt guter, gnadenlos ehrlicher Kriegsfilm, der keine Helden hat und der weder die Gewalt verherrlicht, noch sie verbirgt. Sehr denen zu empfehlen, die “Saving Private Ryan” zu heroisch fanden, und denen, die “Der schmale Grat” zu philosophisch fanden.

Prädikat: Wertvoll.

Jakob Montrasio

Zusammenfassung der Rezension
Datum der Rezension
Name des Filmes
Windtalkers
Gerundete Bewertung
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Action, Drama, War

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