Wu Ji – Die Reiter der Winde (chinesisch 無極 / 无极, The Promise) (2005)

Action, Drama, Fantasy | 121 min
Bewertung:
5/10
5

Filmkritik

Wu Ji – Die Reiter der Winde ist einer der ästhetischsten Liebesfilme seit es Computeranimation gibt. Fast jedes Filmbild kann man sich ausdrucken und an die Wand hängen, so wundervoll sind die Bilder! Man hat allerdings das Gefühl, dass Regisseur Chen Kaige schon fast vom Computer verführt wurde und mehr wert auf das Aussehen als auf die Story gelegt hat. Moulin Rouge aus China?

Denn die Story ist ziemlich simpel und… vorhersehbar: Das junge Mädchen Qingcheng schließt mit einer Göttin einen Pakt, niemals einen Mann, den sie liebt, behalten zu können. Blöde Entscheidung, aber mit sechs oder sieben Jahren kommt einem Essen wohl wichtiger vor als die Liebe. Wie auch immer, dieser Pakt kann nur durch das Zusammentreffen diverses Dinge gebrochen werden.

Nachdem der Film dann etwa 25 Jahre in die Zukunft springt und die wunderhübsche Qingcheng inzwischen die Frau vom Kaiser geworden ist, kommen mehr Figuren ins Spiel: Da ist der Kriegsbessesene General Guangming, der ein Selbstvertrauen wie kein anderer hat, da ist der böse General Wuhuan, der stets mit rosa Kostümen durch die Gegend kämpft und irgendwie total bescheuert und lächerlich wirkt, und dann gibt es noch den eigentlichen Hauptdarsteller: Der Sklave Kunlun aus dem Lande des Schnees. Kunlun hat spezielle Fähigkeiten, und bis zum völlig verwirrenden Ende im 12-Monkeys-Style gibt es ein paar nette, aber nicht besonders überraschende Wendungen.

Zwar hat der Film einige Kampfszenen, doch diese sind ziemlich übertrieben und wirken wie Power Rangers Kämpfe auf Drogen (wenn das überhaupt geht). Da wird nicht nur im bekannten asiatischen Stil durch die Luft geflogen, nein, da gibt es weder Gravitations- noch Zeitgesetze. Maßlos, maßlos. Gegen die Zeit zu rennen, das ist doch geschummelt! Egal. Auch die Wire-Kampfszenen sind teils ziemlich schlecht, bei ziemlich jedem Kampf merkt man, dass Kabel im Spiel sind – wer so viel Computer einsetzt, um alles perfekt wirken zu lassen, hätte sich hier ruhig etwas mehr Mühe geben können! Und viel zu unblutig ist das auch, wenn man von einem Morgenstern ins Gesicht getroffen wird, fällt man nicht ohne einen einzigen Kratzer einfach nur um, oder?

Eine positive Seite hat der Film allerdings, eine ziemlich große sogar: Die Ideen. Was Chen Kaige sich da teilweise ausgedacht hat, ist extremst abgefahren. Die Szene mit der Rinderherde zum Beispiel. Wahnsinn. Oder Befreiungsszene aus dem Palast. Da wird es plötzlich ungeahnt kreativ! Immerhin.

Tja, kann man Wu Ji – Die Reiter der Winde empfehlen oder nicht? Ich weiß es nicht. Mir hat der Film Spaß gemacht, keine Frage, aber er hat mich auch immer wieder mit seinen Macken geärgert. Daher bekommt er genau die Hälfte. Ich habe es bereits erwähnt: Wer den Zucker-für-die-Augen Film Moulin Rouge gut fand, und sich dies gemischt mit Tiger & Dragon im alten China vorstellen kann – der wird hier voll auf seine Kosten kommen. Wer aber diese “unrealistischen Rumfliegfilme aus Asien” sowieso nicht mag, der sollte einen großen Bogen um Wu Ji – Die Reiter der Winde machen.

Jakob Montrasio

 

Zusammenfassung der Rezension
Datum der Rezension
Name des Filmes
Wu Ji – Die Reiter der Winde
Gerundete Bewertung
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Wu Ji – Die Reiter der Winde (chinesisch 無極 / 无极, The Promise)

Trailer: The Promise

Action, Drama, Fantasy

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